Rocket Internet will am 9. Oktober an der Frankfurter Börse starten im weniger stark regulierten Entry-Standard. In diesem Börsensegment gelten an die notierten Unternehmen geringere Anforderungen an die Transparenz als etwa im Prime Standard, der Voraussetzung ist für eine Aufnahme in TecDax oder Dax.
Die Preisspanne für die Aktien wurde auf 35,50 Euro bis 42,50 Euro festgelegt. Im außerbörslichen Handel wurden die Papiere am Mittwoch bereits deutlich höher gehandelt.
Das 2007 gegründete Unternehmen Rocket Internet bringt vor allem Internet-Startups an den Markt. Standardisierte Prozesse ermöglichen es, Gründungen quasi am Fließband zu organisieren. Mittlerweile ist Rocket Internet in 116 Ländern aktiv, Schwerpunkte sind Online-Handel, Logistik und Bezahldienste. Als Wachstumsmärkte sieht das Unternehmen etwa Lateinamerika, Afrika, Russland und Indien.
Investoren brauchen allerdings Geduld, wie Samwer einräumte: "Die Aktie ist geeignet für den Investor, der einen sehr langen Atem hat, der bereit ist, auf die Entwicklung des Internets in Lateinamerika, in Afrika zu warten." Den neu gegründeten Unternehmen gesteht Rocket sechs bis neun Jahre zu, um profitabel zu werden.
Rocket selbst wies im ersten Halbjahr dieses Jahres 13,3 Millionen Euro Verlust aus. Dabei werden bisher hauptsächlich Verwaltungsausgaben mit Erträgen aus Anteilsverkäufen gegengerechnet. Im vergangenen Jahr gab es 174,2 Millionen Euro Gewinn - unter anderem dank des Verkaufs einer Beteiligung am Online-Modehändler Zalando (Zalando Aktie), der ebenfalls an die Börse strebt. Unter den wichtigen Rocket-Beteiligungen war der in Südamerika aktive Modehändler Dafiti am nächsten dran an der Gewinnzone mit einem Verlust von 800 000 Euro im vergangenen Jahr.
Hauptanteilseigner von Rocket Internet sind die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer mit derzeit 52,32 Prozent. Diese Mehrheit geben die Brüder mit dem Börsengang auf, es dürften dann knapp 40 Prozent sein. "Die Mehrheit müssen wir aufgeben, sonst wäre dieser Börsengang nicht möglich", sagte Oliver Samwer aus. Das verhindere nicht, großen Einfluss auf das Unternehmen zu haben: "Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, Sonderrechte in irgend einer Form zu schaffen, um eine de-facto-Kontrolle auszuüben", sagte der Vorstandschef./ben/nmu/DP/fbr
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