chartis posting des Q2 bericht`s und des conference call`s hier reingesetzt,solche postings sollten nicht untergehen :-)
hier der der link des Q2 berichts von der TCM homepage.
www.newswire.ca/en/releases/archive/August2008/07/c2594.htmlTHX charti ;-)
Da einige User mit dem Originaltext in Englisch etwas Probleme haben, will ich einige interessante Punkte aus dem Quartalsbericht für Q2/2008 hier zusammenstellen. Teilweise gehe ich auch auf den Conference-Call vom 8. August ein. Die Übersetzung erfolgt zusammenfassend und sinngemäß. Ergänzungen und eigene Meinungen habe ich jeweils als Kommentar gekennzeichnet.
Quellen: News über Quartalszahlen, MD&A sowie Financial Statements, alle vom 7.8.2008, abzurufen über
www.sedar.com. Tondokument über die Telefonkonferenz, abzuhören über die Homepage von TCM.
- Die Abläufe in der Thompson Creek Mine und der Endako Mine verliefen weiterhin sehr zufriedenstellend im 2. Quartal. Die Produktionsmenge war höher und die Kosten niedriger als das Management erwartet hat.
- Die Molybdän-Produktion stieg um 10,7% auf 6,2 Mio Pfund im zweiten Quartal (gegenüber 5,6 Mio Pfund im ersten Quartal).
- Das Unternehmen befindet sich auf gutem Weg, die vorhergesagte Produktionsmenge von 23 bis 24,5 Mio Pfund in 2008 und mehr als 34 Mio Pfund in 2009 zu erreichen.
(Kommentar: 51% der minimal vorhergesagten Jahresproduktion wurde in den ersten beiden Quartalen damit bereits erzeugt. In den nächsten beiden Quartalen wird erwartet, dass die produzierte Menge in der Thompson Creek Mine noch weiter deutlich ansteigt, da Erz mit zunehmend höherer Konzentration verarbeitet werden wird)
- Der Gewinn nach Steuern stieg gegenüber dem Vorquartal um 29,1% von 46,8 Mio US-$ auf 60,4 Mio $.
(Kommentar: Durch Einmaleffekte (z.B. Kosten der Kapitalerhöhung usw.) wurde der Gewinn um etwa 11,5 Mio $ (vor Steuern) belastet. Zudem wurde der Quartalsgewinn (siehe unten) weiter belastet, da etwa 1 Mio Pfund Moly auf Lager genommen statt verkauft wurde (wegen Röster-Wartung). Dadurch wurde der Gewinn in diesem Quartal noch einmal um etwa 17 Mio $ (nach Steuern) niedriger ausgewiesen (wobei dieser Betrag aller Voraussicht nach dem Gewinn des 3. Quartales zugute kommen wird.)
- Der Lagerbestand an Moly stieg in diesem Quartal um etwa 1 Mio Pfund. (Kommentar: TCM bezeichnet das Moly dann als produziert, wenn es in Form von Molykonzentrat vorliegt. Dieses Produkt könnte theoretisch an ein röstendes Unternehmen verkauft werden (was in der Praxis natürlich nicht sinnvoll ist, da TCM selbst röstet). Nach dem Rösten (und evtl, weiterverarbeitung zu FeMo usw.) kann das Produkt dann an Endabnehmer (z.B. Stahlwerke) verkauft werden.)
Diese Erhöhung des Lagerbestandes ergab sich aus der Routine-Wartung der Röster in Langeloth (Mitte Mai bis Mitte Juni) und Endako (Juli). (Kommentar: Die Röster werden einmal in Jahr generalüberholt. In diesem Zeitraum von etwa 4 Wochen steht der Röstbetrieb. In diesem Zeitraum produziertes Molykonzentrat wird zunächst gelagert, um weiter verarbeitet zu werden, wenn die Röster wieder in Betrieb sind. Bezüglich Endako vermute ich, dass bereits im Vorfeld der Rösterüberholung der Lagerbestand erhöht wurde, um den vertraglichen Lieferverpflichtungen auch bei mangelndem Nachschub wegen Rösterstillstand nachkommen zu können).
Der Abverkauf dieses zusätzlichen Lagerbestandes hat bereits begonnen und wird voraussichtlich bis Ende Q3 oder Anfang Q4 vollzogen sein.
(Kommentar: Daraus ergibt sich, dass in Q3 zusätzliche Verkaufserlöse aus 1 Mio Pfund Moly im Betrag von etwa 32 Mio $ zu erwarten sind. Nach Abzug der darauf entfallenden Herstellungskosten und der Steuern sollte sich dies mit etwa 17 Mio $ gewinnerhöhend auswirken)
- Der Gewinn nach Steuern betrug im 2. Quartal 0,52 $ je Aktie (0,45 $ voll verwässert).
- Der Cash-Bestand zum 30.6.2008 betrug 79,3 Mio $.
- Der durchschnittliche erzielte Verkaufspreis für Moly betrug im 2. Quartal 32,69 $ pro Pfund Moly aus eigener Produktion. (Kommentar: Eine kleine Menge an Moly wird aufgrund vertraglicher Verpflichtungen aus früheren Jahren (vor der TCM-Übernahme) zu Preisen unterhalb des Marktpreises verkauft. Dadurch ergibt sich ein durchschnittlicher Verkaufspreis in dieser Höhe statt etwa 33-34$ pro Pfund, wie es dem Spot-Preis entsprechen würde und wie auch das Fremdmoly verkauft wurde). Das Unternehmen erwartet für den Rest des Jahres weiterhin feste Preise für Molybdän, oberhalb von 30 $ pro Pfund.
- Der gewichtete Durchschnitt der Produktionskosten lag im 2. Quartal bei 7,49 $ pro Pfund (bezogen auf die verkaufte Molymenge). Im ersten Quartal lagen die Produktionskosten bei 10,54 $ pro Pfund.
- Die Produktionskosten für Molyoxid (Kommentar: das verkaufsfertige Endprodukt) entsprechen den Vorhersagen oder liegen sogar noch darunter. Für die Thompson Creek Mine wurden Kosten in Höhe von 6,00 bis 6,50 $ pro Pfund vorhergesagt, für die Endako-Mine in Höhe von 9,50 bis 10,25 $ pro Pfund.
Die Thompson Creek Mine hat im 2. Quartal 4 Mio Pfund Moly produziert (3,6 Mio in Q1). Es wird erwartet, dass die Produktion, insbesondere im 4.Quartal, noch deutlich ansteigen wird, da Erz mit höherer Konzentration verarbeitet werden wird.
In der Endako Mine wird weiterhin in der Denak-West-Grube abgebaut. Die produzierte Menge betrug 2,2 Mio Pfund (2,0 Mio in Q1). Mit bereits produzierten 4,2 Mio Pfund im ersten Halbjahr ist das Unternehmen in einer guten Position, die vorhergesagte Menge von 6,5 bis 7,5 Mio Pfund in dieser Mine zu erreichen (oder evtl. sogar zu übertreffen).
Zwischen dem Zeitpunkt der Produktion einen Pfundes Moly und dem Verkauf (Fakturierung) an den Kunden vergeht ein Zeitraum von etwa zweieinhalb Monaten, bedingt durch Verarbeitung, Transport (teilweise nach Übersee) usw. Solange also die Produktion von Quartal zu Quartal deutlich ansteigt, wird die produzierte Menge immer höher sein als die verkaufte Menge. TCM hat sich deshalb entschlossen, neben der produzierten Menge auch die verkaufte Menge in Form einer Vorhersage bekannt zu geben. Die im Jahr 2008 verkaufte Menge wird in etwa entsprechen der Menge, die ab kurz nach Beginn des 4. Quartales 2007 bis kurz nach Beginn des 4. Quartales 2008 produziert wurde.
Im ersten Halbjahr 2008 hat das Unternehmen aus eigener Produktion 8,9 Mio Pfund Moly verkauft. Im Gesamtjahr 2008 wird eine Verkaufsmenge in Höhe von 22 Mio Pfund erwartet. (Kommentar: im 2. Halbjahr wird demnach etwa 47% mehr Moly verkauft werden als im ersten Halbjahr.)
Mit Stand 6.8.2008 sind 125,045 Mio Aktien ausgegeben, 24,506 Mio Warrants und 7,835 Mio Optionen (an die Belegschaft).
Der Cash-Flow aus dem operationalen Geschäft im 2. Quartal betrug 62,9 Mio $.
Das Unternehmen ist (abgesehen von 5,4 Mio $ für einen Produktionsmittel-Kredit) schuldenfrei.
Seit der Übernahme des privaten Unternehmens Thompson Creek im Oktober 2006 hat das Unternehmen insgesamt 563,5 Mio $ an Schulden getilgt. Der Betrag wurde aufgebracht aus den laufenden Einnahmen (ca. 292,5 Mio $) und aus den Kapitalerhöhungen vom Juni 2008 (ca. 235 Mio $) bzw. Frühjahr 2007 (36 Mio $).
Die Produktionskosten je Pfund sind in den letzten 3 Quartalen jeweils gesunken. Es wird erwartet, dass in den verbleibenden Quartalen 2008 die Kosten weiter sinken (aufgrund der weiter erhöhten Produktionsmenge).
Der Abbau in der Thompson Creek Mine befindet sich inzwischen gut in der Phase 6 des Minenplanes und die Konzentration im Erz steigt weiter an, so, wie man sich dem Kern des Erzkörpers mit hoher Moly-Konzentration nähert.
Sowohl in der Endako, als auch der Thompson Creek Mine wurden im laufenden Jahr neue Haul-Trucks (riesige Muldenkipper) angeschafft, um die geplanten Abbau- und Erdbewegungs-Arbeiten besser sicherstellen zu können.
In der Endako-Mine ist die Verlegung des In-Pit-Crusher (Gesteins-Zerkleinerer, der unten in der Grube seine Arbeit verrichtet) von der Endako-Grube in die Denak-West-Grube im Gange. Der Crusher wird im 4. Quartal einsatzbereit sein (Kommentar: Das zerkleinerte Gestein kann dann per Fliesband transportiert werden und muss nicht mehr per Haul-Truck zur Gesteinsmühle gebracht werden - Kostenersparnis).
Im 1. Quartal wurde die Kapazitätserweiterung der Endako-Mine von TCM und dem Joint Venture Partner Sojitz beschlossen (Steigerung der Produktionsmenge von 11,2 auf 16 Mio Pfund pro Jahr (davon 75% für TCM)). Die Detail-Planung ist im Gange und Mühlen-Ausrüstung wurde inzwischen bestellt (Kommentar: aufgrund der teilweise sehr langen Lieferzeiten ist eine frühzeitige Bestellung der Ausrüstung/Maschinen wichtig). Für TCM wird ein Kostenanteil in Höhe von 280 Mio $, verteilt auf die Jahre 2008 bis 2010 anfallen. Das Unternehmen erwartet, diese Kosten aus dem laufenden Cash-Flow bestreiten zu können (Kommentar: Bei einem Molypreis, der weiterhin bei etwa 33 $ je Pfund bleibt, sollte das Unternehmen nach meinen Berechnungen bis Ende 2009 etwa 640 Mio $ Gewinn nach Steuern erwirtschaftet haben. Zusammen mit dem derzeitigen Cash-Bestand von 79 Mio $ bleibt also sehr viel Spielraum für "Unvorhergesehenes", wobei der Gewinn des Jahres 2010 in dieser Rechnung noch gar nicht berücksichtigt ist.
In der Thompson Creek Mine wird die Erweiterung der nachgewiesenen Rohstoff-Reserven fortgesetzt (Kommentar: Bohrungen ausserhalb und unterhalb (in größere Tiefe) der vorhandenen Abbaugrube. Es wird erwartet, dass die 2. Phase der Mineral Reserve Study die Minenlaufzeit weiter verlängern wird (Kommentar: Der derzeitige Minenplan, der im November 2007 veröffentlicht wurde, umfasst den Abbau für die kommenden 10 Jahre).
Es ist geplant, auch in der Endako-Mine außerhalb der bestehenden Gruben Explorations-Bohrungen vorzunehmen (Kommentar: Die Minenlaufzeit in Endako beträgt derzeit etwa 27 Jahre (bzw. 16 Jahre nach der Produktions-Kapazitätserweiterung um 78%). Eine Ausweitung dieser Laufzeit ist also sicher keine vordringliche Aufgabe.
Die Genehmigungs-Unterlagen für die Umwelt-Genehmigung der Davidson-Mine wurden zwischenzeitlich bei den Behörden eingereicht. Ein Bescheid wird im 1. Quartal 2009 erwartet (evtl. auch bereits im 4. Quartal 2008).
Meine persönliche Ansicht:
Fundamental ist TCM so gut aufgestellt wie nie zuvor. Die geplante Produktionsmenge für das Jahr 2008 wurde im ersten Halbjahr zu 51% erfüllt. Mit weiter steigender Konzentration im Erz könnten die Planzahlen für das Gesamtjahr evtl. sogar übertroffen werden. Der Gewinn im ersten Halbjahr ist sehr ordentlich, obwohl man noch mit den Auswirkungen (Zeitverzug zwischen Produktion und dem gewinnwirksamen Verkauf) der niedrigen Produktion im letzten Jahr sowie gewinnmindernden Einmaleffekten gekämpft hat. Im 2. Halbjahr soll die verkaufte Menge um 47% steigen. Zusammen mit den Produktionskosten, die weiter am sinken sind, dürfte dies einen Gewinnsprung in den beiden nächsten Quartalen bedeuten. Für 2009 ist eine weitere, dramatische Steigerung der Produktion vorgesehen (etwa 50% gegenüber 2008) und damit einhergehend sollte der Gewinn, da die Kosten nicht im gleichen Maße mitwachsen, noch deutlich stärker ansteigen.
Das Unternehmen ist praktisch schuldenfrei. Der Molymarkt bleibt weiter angespannt und verspricht stabile bis steigende Preise zumindest bis Ende 2010. Ein großer Vorteil ist sicher, dass der Molypreis mangels eines Future-Marktes nicht von Spekulation beeinflusst werden kann. Solange die Preisfindung rein nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage arbeitet, bleiben wüste und unvorhersehbare Preis-Schwankungen aus und es herrscht zumindest eine gewisse Planungssicherheit.
So wie sich die Lage derzeit darstellt, wird die weltweit produzierte Molymenge nicht vor 2011 zur Bedarfsdeckung ausreichen, da die kapitalschwachen Explorer, bedingt duch die Kreditkrise, große Probleme haben, zu den geplanten Terminen in Produktion zu gehen (so hat etwa Adanac in diesen Tagen den geplanten Produktionsstart von 2009 auf Q4/2010 verschoben).
Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beträgt derzeit gerade einmal um die Hälfte mehr als der bilanzielle Buchwert (wobei das eigentliche Kapital des Unternehmens, der Wert der Rohstoffe im Boden, hierbei praktisch überhaupt nicht erfasst ist). So eine Kursbewertung wäre vielleicht einem Unternehmen angemessen, das Verluste schreibt und gegen die Pleite kämpft, nicht jedoch einem hochprofitablen Wachstumsunternehmen.
Bezüglich des Aktienkurses kommt derzeit somit keine Freude auf, jedenfalls nicht für Anleger, die bereits investiert sind. Die derzeitigen Käufer, die die Aktien zu Ausverkaufspreisen erwerben, können sich jedoch Hoffnungen machen auf exorbitante Gewinne, sobald Angst und Panik aus dem Markt weichen und die breite Masse erkennt, dass auch morgen noch Rohstoffe gebraucht werden.
chartex (alias Stock24)
Nachtrag zum Thema Treibstoffkosten:
Im Conference-Call wurde erläutert, dass das Unternehmen in der Endoko Mine etwa 5 Mio Liter Diesel im Jahr verbraucht, wobei der Preis etwa 99 ct je Liter beträgt. In der Thompson Creek Mine werden 1,5 Mio Gallonen (evtl. auch nur 1 Mio Gallonen - das müsste man noch einmal anhand der Aufzeichung nachhören) verbraucht, also etwa 6 Mio Liter. Damit bewegt sich der jährliche Treibstoffverbrauch in der Größenordnung um 11 Mio Liter bzw. ganz grob 11 Mio $. Bei ebenfalls ganz grob 250 Mio Gesamt-Produktionskosten entspricht dies einem Anteil von etwa 4-5%.
Nach Angaben des Unternehmens beträgt umgerechnet auf die Produktionskosten je Pfund Moly die Kostensteigerung durch höhere Treibstoffpreise gegenüber dem Vorjahr etwa 0,30 $ (also unter 1% des Verkaufspreises).
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