Institut warnt vor zu hohen Erwartungen an Investitionsgipfel

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BERLIN (dpa-AFX) - Das Institut der deutschen Wirtschaft warnt vor überzogenen Erwartungen an den Investitionsgipfel mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Montag und Dienstag in Berlin. IW-Direktor Michael Hüther sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Seit sechs Jahren kommt nahezu das gesamte Wirtschaftswachstum aus öffentlichen Impulsen. Man sollte nicht so naiv sein zu glauben, dass der Gipfel daran kurzfristig etwas ändert. Unternehmen entscheiden sich nicht wegen einer Werbeveranstaltung für Deutschland. Entscheidend ist, ob sie am Standort Geld verdienen."

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In Deutschland seien aber die Kosten für Arbeit, Energie und Bürokratie viel zu hoch. Indikatoren zeigten, dass Deutschland bei diesen Faktoren seit Jahren an Boden verliere. "Effektiver wäre deshalb, wenn die Bundesregierung ihre Reformagenda zügig umsetzt."

In Berlin beginnt am Montagabend ein Investitionsgipfel mit Bundeskanzler Friedrich Merz. In einem stillgelegten Kraftwerk begrüßt der CDU-Vorsitzende zum Auftakt Vertreter zahlreicher Unternehmen aus Deutschland und dem Ausland. Der Gipfel geht am Dienstag weiter. Ziel der Bundesregierung ist es, dass die privaten Investitionen in Deutschland steigen.

Krise der privaten Investitionen

"Investitionen in Maschinen und Anlagen entscheiden heute darüber, wie viel Wertschöpfung und wie viele Arbeitsplätze es morgen in Deutschland gibt", sagte Hüther. "Denn wer investiert, erhöht die Produktivität und sichert damit Wachstum und Wohlstand." Im IW werde die gegenwärtige Krise der privaten Investitionen mit Sorge beobachtet. "Sie lagen im zweiten Quartal 2026 preisbereinigt immer noch zehn Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau. Das liegt teils an geopolitischen Unsicherheiten und Handelskonflikten, vor allem aber an den hohen Kosten in Deutschland."

Auf der anderen Seite hätten sich die Auslandsinvestitionen deutscher Firmen seit 2010 mehr als verdoppelt. "Das ist nicht per se schlecht, wenn sie damit neue Märkte erschließen", so Hüther. Allerdings würden die Unternehmen laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer immer öfter Kostenmotive nennen. "Das spricht für ein Strukturproblem."/hoe/DP/zb



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