- Der Recyclinganteil von PET-Getränkeflaschen beträgt 58%.
- Im Jahr 2019 lag der Rezyklat-Anteil nur bei 34%.
- Die EU-Vorgabe von 25% wird in Deutschland überschritten.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Die EU-Mindestvorgabe von 25 Prozent wird deutlich übersprungen, und auch die für 2030 geplante Verschärfung der Vorgabe auf 30 Prozent dürfte für Deutschland kein Problem sein. Auftraggeber der Studie war die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (IK), welche die Entwicklung der Rezyklat-Nutzung positiv wertete. Als einen Grund für den Anstieg des Rezyklat-Anteils nennt die IK die von Firmen angepeilte Verbesserung der CO2-Bilanz ("Carbon Footprint").
Das Kürzel PET steht für die Plastikart Polyethylenterephthalat. Es geht um Einweg-Plastikflaschen mit 25 Cent Pfand, die nach der Rücknahme geschreddert werden und das Plastik später für neue PET-Flaschen genutzt wird. Und es geht um Mehrweg-Plastikflaschen mit üblicherweise 15 Cent Pfand in Deutschland, die nach der Rücknahme erneut befüllt werden und damit gewissermaßen das Äquivalent sind zu Pfandflaschen aus Glas.
Die Recyclingbranche fordert eine höhere Nutzung von Rezyklat, damit sich ihr Geschäft auch lohnt und Deutschlands Klimabilanz dadurch etwas besser wird. Die Industrievereinigung vertritt die Interessen der Hersteller von Kunststoffverpackungen - also von den Firmen, die bei der Recyclingbranche einkaufen.
"Wirksame Umweltpolitik braucht eine starke industrielle Basis im Land", sagte Isabell Schmidt von der IK mit Blick auf die Studie. "Kreislaufwirtschaft entsteht nicht allein durch gesetzliche Vorgaben."
Umweltschützerin ist besorgt über Einweg-Trend
Umweltschützer haben bei dem Thema Bauchschmerzen. Es sei zwar gut, dass der Rezyklatanteil bei PET steige und dadurch weniger Öl (Rohöl) für neues Plastik genutzt werde, sagte Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Bei anderen Plastikarten sei der Rezyklatanteil jedoch niedriger - PET sei gewissermaßen nur die Vorzeige-Plastikart, die nicht für den Plastikkonsum insgesamt stehe. Außerdem dürfe die Studie nicht von gravierenden Problemen ablenken.
Der Trend gehe weg von Mehrweg-Flaschen, sagte die Umweltschützerin und bezog sich dabei auf Zahlen des Umweltbundesamtes. "Ihr Anteil bei Getränken liegt bei nur 34,5 Prozent und Einweg-Plastikflaschen sind weiterhin marktdominant, obwohl im Verpackungsgesetz 70 Prozent Mehrweg vorgegeben sind", sagte Wohlgemuth. "Das Plastik von Einweg-Flaschen wird wieder eingeschmolzen und dann neu verarbeitet - dafür braucht man auch viel Energie, da darf man sich nichts vormachen."
Besser als PET-Einwegflaschen seien PET-Mehrwegflaschen, die etwa 25 Umläufe schafften - sie werden also 25 Mal wieder befüllt. Pfandflaschen aus Glas schafften sogar bis zu 50 Umläufe, bis sie eingeschmolzen werden müssen und zu neuen Flaschen werden. "Wir können uns nicht aus der Plastikkrise heraus recyclen: Die Zukunft muss Mehrweg heißen, damit wir unsere Ressourcen- und Klimaziele einhalten können."/wdw/DP/mis
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