SpaceX, OpenAI, Anthropic: Diese Börsengänge könnten Börsen-Indizes sprengen
Nicolas Ebert
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SpaceX, OpenAI und Anthropic könnten die Börse erobern. Doch für Anleger steckt die eigentliche Überraschung nicht im Hype, sondern in den Folgen für Indexfonds.
Für dich zusammengefasst:
Große Unternehmen wachsen oft außerhalb der Börse.
FTSE Russell schätzte SpaceX auf 1,5 Billionen US-Dollar.
Indexgewichte hängen von der freien Handelbarkeit ab.
Große Unternehmen wachsen heute immer länger außerhalb der Börse. Das verändert die Regeln für Anleger. Dina Ting, Head of Global Index Portfolio Management bei Franklin Templeton ETF, sieht darin eine neue Herausforderung für wichtige Aktienindizes.
Früher entwickelten sich junge Firmen meist an den öffentlichen Märkten. Anleger konnten verfolgen, wie sie vom Nebenwert zum Großkonzern wurden. Heute passiert dieser Aufstieg häufiger an den privaten Märkten. Manche Unternehmen erscheinen bei ihrem Börsengang bereits vollständig etabliert.
Indexanbieter unter Druck
Mögliche Börsengänge von SpaceX, OpenAI und Anthropic werfen die Frage auf, wie schnell sehr große Unternehmen nach ihrer Erstnotiz in wichtige Benchmarks aufgenommen werden sollten. FTSE Russell und Nasdaq prüfen schnellere Wege. S&P Dow Jones Indices bleibt vorsichtiger.
Ting hält diese unterschiedlichen Ansätze für sinnvoll. Indexanbieter müssten den investierbaren Markt abbilden, aber zugleich Liquidität, Stabilität und klare Regeln sichern. Eine zu langsame Benchmark kann wichtige Veränderungen verpassen. Eine zu schnelle Benchmark kann Anleger Unternehmen aussetzen, deren Handelshistorie, Streubesitz und Fundamentaldaten noch nicht belastbar sind.
Ein wichtiger Punkt wird laut Ting oft übersehen. Schlagzeilenbewertung und Indexgewicht sind nicht dasselbe. Die meisten großen Aktienindizes richten sich nach der Free-Float-Marktkapitalisierung. Entscheidend ist also, wie viele Aktien tatsächlich frei handelbar sind.
FTSE Russell rechnete in einer vorläufigen Analyse zu SpaceX mit einer gesamten Marktkapitalisierung von 1,5 Billionen US-Dollar. Die frei verfügbare Marktkapitalisierung lag aber nur bei rund 70 Milliarden US-Dollar. Daraus ergaben sich geschätzte Gewichte von 0,11 Prozent im Russell 1000 Index und 0,08 Prozent im FTSE GEIS All-World Developed Index.
Ein Unternehmen kann also die Schlagzeilen dominieren und trotzdem zunächst nur ein kleines Indexgewicht erhalten. Das kann sich nach Ablauf von Sperrfristen ändern. Dann können mehr Aktien an den Markt kommen und das Gewicht im Index steigen.
Auch die Wirkung auf Wachstumsindizes ist weniger eindeutig, als viele Anleger vermuten dürften. SpaceX, OpenAI oder Anthropic stehen zwar für Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz, Raumfahrt und Cloud-Infrastruktur. Stilindizes folgen aber Regeln. Sie bewerten unter anderem Kennzahlen, Gewinne, Bewertungen, Wachstum und Branchenzuordnung.
Beispiel SpaceX
FTSE Russell ordnete das Unternehmen vorläufig dem Bereich Telekommunikation zu. Dort lag der Teilsektor-Durchschnitt bei 18 Prozent Growth und 82 Prozent Value. Raketen klingen nach Growth. Die Indexlogik folgt aber nicht der Schlagzeile, sondern festen Regeln.
Für Anleger hat das Folgen. Indizes verändern sich. Neue Unternehmen kommen hinzu. Sektorgewichte verschieben sich. Der Streubesitz wächst. Klassifizierungen ändern sich.
Ting zufolge wird deshalb ein alter Grundsatz wichtiger: Anleger sollten wissen, was sie besitzen. Die nächste Welle großer Börsengänge könnte nicht nur Schlagzeilen liefern. Sie könnte auch zentrale Börsenbarometer über Jahre verändern.
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